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Warum Firmen weibliche Chefs brauchen

Noch immer sind die Chefetagen deutscher Unternehmen überwiegend männlich, so sind zum Beispiel laut dem Institut für Wirtschaftsforschung im Bankgewerbe und bei Versicherern nur 2,5 Prozent der Vorstandssitze mit Frauen besetzt. Deshalb nimmt die Diskussion über die Vor- und Nachteile einer Frauenquote nicht nur in Deutschland sondern auch europaweit einen immer höheren Stellenwert ein. Warum Firmen weibliche Chefs brauchen siehst du hier.

Eine Studie von Ernst & Young, in der die 300 größten börsennotierten Unternehmen Europas untersucht wurden, zeigt, dass sich Unternehmen mit mindestens einer Frau im Vorstand wirtschaftlich gesehen besser entwicklen. Besonders zu sehen ist dies bei Gewinn und Umsatz. Die Studie fand zudem heraus, dass ein hoher Frauenanteil motivierte, leistungs- und aufstiegsorientierte Mitarbeiterinnen anzieht. McKinsey kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Firmen mit 3 oder mehr Frauen im obersten Management schneiden in allen relevanten Kategorien positiver ab. Aktienkursanstieg und Eigenkapitalrentabilität waren durchschnittlich bis zu 50 Prozent besser als in reinen Männerfirmen. Zudem genießen Firmen mit hohen Frauenanteilen ein verbessertes Unternehmensimage.

Unternehmensberaterin Mechthild Bülow ging noch einen Schritt weiter. Laut ihr sind Frauen durch die durch Arbeit und Familie höhere Arbeitslast besser organisiert und zielorientierter. Des Weiteren nähmen sie die Zügel in die Hand und unterschieden effizienter Wichtiges von Unwichtigem. Außerdem ließen sich weibliche Arbeitnehmer weniger fremdsteuern und vermeiden so Überforderungen in ihrem Berufsleben.

Ein wichtiger Grund, warum Firmen weibliche Chefs brauchen, ist das oft genannte Konfliktmanagement. Demnach gingen Frauen offensiver mit Gefühlen um, anstelle sie zu verdrängen, was die Lösung von Konflikten oft einfacher machen könne. Zudem hätten Frauen oft eine andere Perspektive als Männer und ermöglichen so neue Ideen und Ansichten, was widerum zu erhöhter Offenheit und Toleranz und damit verbesserter Wettbewerbsfähigkeit führen könnte.

Dies soll nicht heißen, dass Frauen die besseren Vorgesetzten sind. Sowohl Männer als auch Frauen brauchen Eigenschaften wie Motivation, Empathie und Teamfähigkeit. Gibt es in einem Unternehmen jedoch nur männliche Chefs, kann dies zu einem sehr einseitigen Führungsstil führen, was die Produktivität und das Betriebsklima des Unternehmens beeinträchtigen kann.