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Berufliche Neuorientierung – ein Leitfaden

In der heutigen Arbeitswelt wechseln Arbeitnehmer so oft wie noch nie den Job. In den meisten Fällen wechseln Leute in eine besser bezahlte oder ähnlich verbesserte Stelle, bei der jedoch die zu erledigenden Aufgaben sich wenig von den bisherigen unterscheiden.

Hin und wieder jedoch wünschen Menschen sich eine umfassende Veränderung ihrer beruflichen Situation: Der SAP Profi, der in einen sozialen Beruf wechseln will, die PR Spezialistin, die lieber in einem Job als Softwareentwicklerin arbeiten möchte oder der Maurer, dem sein Job keinen Spaß mehr macht, sich aber nicht sicher ist, welcher Job für ihn der richtige ist.

Eine starke berufliche Veränderung ist oft mit zusätzlichen Schwierigkeiten verbunden, da unter Umständen wichtige Kenntnisse fehlen und Personaler Quereinsteiger Kandidaten deswegen skeptisch gegenüberstehen. Im Folgenden findest du einen Leitfaden für deine berufliche Neuorientierung, hilfreiche Links und Alternativen zur vollständigen beruflichen Veränderung.

Informationssuche

Bevor du mit den Bewerbungen loslegst, musst du zunächst einmal frühzeitig und ausgiebig Erkundungen aus verschiedenen Quellen einziehen, da ein Karrierewechsel viele einschneidende Konsequenzen haben kann. Diese betreffen unter Umständen nicht nur dich sondern auch dein Umfeld, wenn du z.B. Gehaltseinbußen akzeptieren musst.

Es ist wichtig, dass du nichts überstürzt und die Sache langsam angehst. Besteht vielleicht die Möglichkeit, dass du dir erstmal eine Auszeit nimmst, um dich so voll auf die Suche nach einer neuen Karriere zu konzentrieren? Ab einem gewissen Zeitpunkt sollte deine komplette Konzentration deiner neuen Karriere gelten, weswegen ein finanzielles Polster von Vorteil ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Informationssuche, die im Folgenden beschrieben werden.

Berufs-und Interessentests

Berufstests können Möglichkeiten aufzeigen, an die man selber vielleicht nicht gedacht hat. Im Folgenden findest du eine Auswahl an kostenlosen Berufs- und Interessentests im Internet:

https://www.finest-jobs.com/Berufstest/Kostenloser-Test

https://berufstest.plakos.de/

https://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/welche-berufe-passen

Es gibt sogar Tests speziell für die berufliche Neuorientierung:

https://www.ahano.de/berufe/berufstest/berufliche-neuorientierung/

https://www.2summit.de/tools/

Begleitung durch einen Mentor

Neben Hilfe im Internet solltest du dir einen Mentor suchen. Hier ist es oft besser, sich an eine neutrale Person zu wenden, da diese besser als Freunde oder Familie in der Lage ist, die Situation und Chancen objektiv einzuschätzen. Dein Mentor sollte ehrlich sein, da es dir wenig nutzt, wenn er oder sie dir falsche Hoffnung macht. Die Bundesagentur für Arbeit z.B. beschäftigt gezielt Berufsberater, die dir bei der Entscheidungsfindung und Organisatorischem helfen können. Es gibt auch selbstständige Berufsberater, doch diese verlangen oft hohe Gebühren.

Gespräche mit Experten

Den besten Einblick bekommst du von Leuten, die bereits in deinem Wunschbereich oder deiner Wunschbranche arbeiten. Falls du jemanden kennst, bitte ihn darum, dich auf einen Kaffee zu treffen, oder frage Freunde und Familie, ob sie dir helfen können, jemanden zu finden. Des Weiteren gibt es diverse Websites wie Xing und LinkedIn oder spezielle Branchenseiten, auf denen du Personen finden kannst, die in deiner Wunschbranche arbeiten. Nutze dann die Gelegenheit, die Person mit Fragen zu löchern – gefällt ihm seine Arbeit? Gibt es auch Nachteile wie z.B. Nachtschichten? Würde er dir Industrie oder Branche weiterempfehlen? Entsprechen die Durchschnittsgehälter deinen Vorstellungen und  Bedürfnissen? Wie sehen die Aufstiegsmöglichkeiten aus? Unter Umständen kommen dann Faktoren zu Tage, an die du vorher nicht selbst gedacht hast.

Probe-und Schnupperwochen

Eine weitere Möglichkeit, einen guten Einblick in eine Branche oder einen Beruf zu erhalten sind Probe-oder Schnuppertage. Indem du Leuten einige Tage über die Schulter blickst kannst du einen schnellen Überblick gewinnen und dir dein eigenes Bild machen, anstatt nur auf die Meinung und Ratschläge anderer zu hören.

Alternativen

Ein extra Tipp: Es gibt Alternativen zum Job- oder Branchenwechsel. So ist es z.B. möglich, ein Hobby oder Ehrenamt zu übernehmen, in dem die gewünschte Tätigkeit ausgeführt wird. Eine andere Möglichkeit wäre, in eine andere Abteilung oder Job zu wechseln, aber in der Branche selbst zu bleiben.

Fazit

Wie du siehst gibt es verschiedene Möglichkeiten, dich über andere Branchen und Berufsbilder zu informieren. Bevor du jedoch deine Stelle kündigst solltest du dich zuerst fragen, was dich stört und was dir wirklich wichtig ist. Keiner findet 100% Erfüllung im Job, denn jeder hat mal einen schlechten Tag oder fühlt sich unmotiviert. Du musst dir selbst klar machen, ob die interessantere Stelle wirklich die finanzielle Ungewissheit aufwiegt. Bist du dir sicher, dass dein neuer Job die alte Langeweile und Unzufriedenheit wirklich verhindern wird und sie sich nicht früher oder später in veränderter Form wieder einstellen? Sei dir darüber bewusst, dass du vermutlich nicht von einem Tag auf den nächsten in deinem Traumjob landen wirst. Vielmehr geht es darum, überhaupt dorthin zu kommen – und das kann dauern. Wie du dich auch entscheidest und in welchem Beruf du landest wünschen wir dir viel Glück!